Mjöll "Das Rotkehlchen"

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Eines Rotkehlchens Lied

Nach den sonderbaren Ereignissen Mjölls Kindheit, fand sie schnell Gefallen daran Geschichten für die Kinder im Dorf zu erzählen. Die Vorstellung mit Gunnar in Kungsbacka eine Familie zu gründen, dort zu leben und für ihre Eltern zu sorgen kam ihr mit den kommenden Jahren immer mehr wie eine Sackgasse vor. Ihr Leben und die Geschichten die sie erzählte standen in einem unglücklichen Kontrast.
Als sie 16 war kam Brogi Ulfurson, ein Skalde, nach Kungsbacka. Es waren schon vorher viele Skalden ins Dorf gekommen, und Mjöll hatte jedem von ihnen begeistert zugehört. Ulfurson erzählte und sang begeistert von Helden und Sagen, von Drachen und Göttern. Mjöll verbrachte viel Zeit mit dem Skalden und er blieb länger in Kungsbacka als er geplant hatte. Es wurde schnell klar, dass Mjöll und Brogi einen Narren aneinander gefressen hatten. Ihre Eltern warnten Mjöll davor keine Dummheiten zu begehen. Das Leben eines Skalden sei beschwerlich. Man sei immer auf Reisen. Sie solle lieber bei Gunnar bleiben. Der sei ein anständiger Mann, und würde sie vor der Welt beschützen. Außerdem sei es Ihm gegenüber nicht fair, wo Gunnar ihr schon so lange zugetan war. Mjöll wurde klar, dass es genau das war, was sie nicht wollte. Ihr Bruder dagegen schien etwas mehr Verständnis für sie zu haben. Das Dorf Kungsbacka war nicht genug. Die Welt hatte mehr zu bieten. Sie mochte Gunnar zwar sehr, aber Brogi ebenso. Und der Skalde hatte ihr angeboten mit ihm zu reisen und ihr das Brauchtum der Skalden zu zeigen. Die Welt zu zeigen. Bei Nacht und Nebel packte Mjöll ihre Sachen und verließ Kungsbacka mit Brogi ohne sich von Gunnar zu verabschieden. Für Gunnar und ihre Eltern hinterließ sie eine kurze Nachricht um sich zu erklären.

Das Leben mit Brogi war ein Traum. Die Reisen waren anstrengend und oftmals gefährlich, aber Mjöll liebte es. Nach kurzer Zeit heiratete sie Brogi. Zwar schrieb sie ihren Eltern und bat um ihren Segen, aber ihre Eltern – immer noch gekränkt von ihrem Verschwinden – antworteten nicht. Die Eltern von Brogi waren nicht begeistert von Mjöll, stimmten aber zu. In den vier Jahren mit Brogi lernte Mjöll das Spielen verschiedene Instrumente und trainierte ihren Gesang, ihre Sprache und ihr Auftreten. Das Ehepaar machte sich ein Namen unter den Skalden und waren in den Dörfern und Höfen gern gesehen. Als Skalde bekam Mjöll bald den Beinahmen “das Rotkehlchen”.

Vier Jahre nach dem sie Kungsbacka verlassen hatten reisten sie in Mjölls Heimat. Brogi wollten sich mit Mjölls Eltern versöhnen. Doch dazu kam es nicht. Unterwegs wurden sie von einer Bande Banditen angegriffen. Zwar war dies nicht das erste mal, aber die Banditen gaben sich nicht mit dem Gold zufrieden. Sie forderten den ganzen Karren. All ihr Hab und Gut. Brogi zog schließlich das Schwert. Sie hatten keine Chance und verloren den kleinen Karren mit all ihrem Habe. Tödlich verletz ließen die Banditen Brogi und Mjöll zurück.
Als Mjöll schließlich nach drei Tage erwachte fand sie sich in Ölruns Hütte wieder. Diese erklärte ihr behutsam, dass Brogi sie hergeschleppt hätte. Sie habe getan was sie konnte, aber Brogi hatte sie nicht mehr retten können. Er sei gestern dem Fieber schließlich erlegen. Bis zu letzt habe er sich um Mjöll gesorgt und Ölrun inständig gebeten Mjöll seinen Rucksack zu geben, den er habe retten können. Mjölls Verletzungen heilten gut und zurück blieb nur eine hässliche Narbe, die sich quer über die Brust zum Hals hinauf zog. In Brogis Rucksack fand Mjöll Brogis Laute “Hlin Stjarna”, sein ganzer Stolz und nun ihr einziges Andenken an ihn. Es Brogi schuldig setze Mjöll alles in Bewegung um seinen Leichnam in seine Heimat zu überführen und dort anständig zu Ruhe zu Betten.
Gleich nach der Trauerfeier begannen Brogis Eltern und Farlan sein jüngerer Bruder damit Mjöll das Leben schwer zu machen. Die Streitigkeiten eskalierten schließlich damit, dass sie versuchten Mjöll jegliches Anrecht auf Brogis Vermögen und vor allem Hlin Stjarna abzusprechen. Grundlage war, dass die Heirat nie rechtens gewesen sei, da Mjölls und Brogis Eltern nie ihren Segen gegeben hätten. Mjöll hätte keine Chance gehabt, wäre da nicht ihr alter Freund aus Kindertagen Svafnir gewesen. Sie schrieb ihm und überzeugte Ihn für sie einzutreten. Sie wusste, auf Svafnir konnte sie sich immer verlassen. Er führte für sie das Schwert gegen Brogis Bruder Farlan und siegte. Farlan ließ dabei sein Leben, doch Mjöll fühlte keinerlei Bedauern und dankte Svafnir für seine Hilfe.

In den kommenden Jahren führte Mjöll das einfache Leben eines Skalden. Ihr Anteil von Brogis Vermögen schrumpfte mit der Zeit und es würde wohl kaum lange vorhalten. Doch ohne Brogi war es ohnehin nicht das selbe und die Ereignisse ihrer Kindertage waren weit weg und wirkten geradezu sagenhaft. Sie wurde bitterer und hart. Sie änderte ihre Ansichten auf das Leben. Geschichten waren eben doch nur Geschichten. Und der Höhepunkt ihre Geschichte schien bereits weit hinter ihr zu liegen. Nur ein unfertiges Stück Brogis hielt sie noch im Beruf der Skalden. Er hatte es nicht mehr fertigstellen können und so unfertig sollte es nicht bleiben. Es handelte von der Sage um ein Frühlingsfest. Sie hörte, dass ein älterer Skalde mehr über diese Sage wisse. Er würde sich für eben jenes Fest in Kungsbacka aufhalten. Mit dem Gedanken, nach der Fertigstellung des Stückes, das Skaldentum aufzugeben, machte sich Mjöll schließlich auf die Reise nach Kungsbacka.
Eine letzte Geschichte zu schreiben.

Mjöll "Das Rotkehlchen"

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